„Connected Standby“-Tuning für eine noch längere Akkulaufzeit

Neben dem Standby, Ruhezustand und „Aus“-Modus gibt es ab Windows 8 einen neuen vierten Modus namens Connected Standby. Der neue Modus ist hauptsächlich für Notebooks und Tablets gedacht. Die Idee dahinter ist einfach: Das Gerät befindet sich zwar im Tiefschlaf und verbraucht weniger als ein Watt, dennoch können Windows Store Apps in regelmäßigen Abständen weiterhin mittels Hintergrundaufgaben (Background Tasks) mit der Außenwelt kommunizieren. Für die klassische Desktop-Software wird allerdings kein Zugriff gewährt. Diese befinden sich in einem festen Schlafmodus.

So ist das Gerät nun auch im Standby in der Lage, stets aktuelle Informationen anzuzeigen und selbstständig aufzuwachen, wenn beispielsweise ein Skype-Anruf oder eine E-Mail Nachricht eintrifft. Während dem Connected Standby schalten sich Teile (etwa der 3G- oder WLAN-Empfänger) nur für kurze Zeit und auch nur alle paar Minuten ein, um Informationen zu überspielen – und schalten sich sofort wieder aus.

Das Konzept an sich ist nicht neu. Es baut auf die gleiche Technik des von Smartphones verwendeten Standbys auf: Schaltet der Nutzer sein Telefon aus, ist es weiterhin mit dem Netz verbunden und kann SMS empfangen oder Mails automatisch abrufen. Windows-8-Notebooks und Tablets sollen genau so funktionieren. Der neue Standby-Modus soll über einen Zeitraum von 16 Stunden nur fünf Prozent der gesamten Akkuleistung verbrauchen. Somit könnte ein Windows-8-Gerät für mehrere Tage im Standby bleiben und trotzdem bleiben Apps stets mit dem Internet in Verbindung.

Doch damit Connected Standby überhaupt unterstützt werden kann sind folgende Punkte zu beachten:

  • Die CPU muss das unterstützen (Intel Atom Clovertrail).
  • Benötigt SSD-Festplatte
  • Spezieller WLAN-Empfänger, der den Modus unterstützt

Obwohl es ein ausgeklügeltes System ist, kann es dennoch Probleme mit der Lebensdauer der Batterie geben. Der erste Verdacht ist oft ein defekter Akku. Das hat aber häufig nichts mit der Hardware zu tun, sondern an einfachen Einstellungen des Systems, welche ganz einfach selbst optimiert werden können:

Überprüfen ob Connected Standby verfügbar ist

Der erste Schritt ist zu überprüfen ob Connected Standby verfügbar und aktiv ist. Dazu einfach zum neuen Startbildschirm via [Windows-Taste] wechseln und die Konsole durch Tippen von CMD + Enter öffnen. In der Konsole ruft man nun folgenden Befehl auf: powercfg /a


Abbildung 1 – Überprüfen ob Connected Standby verfügbar ist. 

Systemanalyse für Connected Standby

Für den nächsten Schritt muss diesmal die Konsole mit Administratorrechten geöffnet werden. Nochmal zum neuen Startbildschirm mit der [Windows-Taste] wechseln, dann die Konsole durch Tippen von CMD suchen. Das erste Ergebnis (Eingabeaufforderung) mit einem Rechtsklick auswählen und bei der unteren Menüleiste auf „Als Admin ausführen“ klicken. In der Konsole dann powercfg /energy ausführen.

Die Analyse startet eine Ablaufverfolgung für 60 Sekunden. Hierbei werden aktuelle Prozesse, Systemeinstellungen und Hardware genauestens für Connected Standby überprüft. Anschließend wird auch schon das Ergebnis ausgegeben. Es gibt folgende Kategorien: Fehler, Warnungen und Informationsereignisse. Die Fehler und Warnungen sollten natürlich bestmöglich optimiert werden. Um welche Fehler und Warnungen es sich handelt, steht in der erstellten HTML-Datei unter: „C:\Windows\system32\energy-report.html


Abbildung 2 – Systemanalyse für Connected Standby

 
Abbildung 3 – Der erstellte Energie-Report 

Das System Tunen

Um einige Fehler vom Energie-Report zu beheben und die wichtigsten Einstellungen automatisch zu erhalten, ist das einfache Zurücksetzen der Standardeinstellungen vom Energiesparplan ausreichend. Zum Öffnen die Tastenkombination [Windows-Taste] + [W] und „Energiesparplaneinstellungen bearbeiten“ tippen. Dann im Energiesparplaneinstellungen-Fenster auf „Standardeinstellungen für diesen Energiesparplan wiederherstellen“.

 
Abbildung 4 - Standardeinstellungen für diesen Energiesparplan wiederherstellen

Der Background Task Host (backgroundTaskHost.exe) von der Windows Runtime regelt während des Connected Standby-Modus das Ausführen von Hintergrundaufgaben. Es gibt einige Regeln die App-Entwickler beachten müssen, damit dies auch überhaupt erst geschieht. Dennoch wächst die Anzahl der Apps und damit auch derer mit Hintergrundaufgaben, obwohl diese tasks häufig gar nicht relevant sind. Oft sind das zum Beispiel einfache Spiele. Der Anwender selbst kann entscheiden was ausgeführt werden darf und was nicht.

Dazu mit der Tastenkombination [Windows-Taste] + [I] zu den Einstellungen wechseln. Dann ganz unten auf „PC-Einstellungen ändern“ klicken.

 
Abbildung 5 – Apps mit Hintergrundaufgaben Aktivieren/Deaktivieren

Es öffnet sich die Systemsteuerung im Modern UI Style. Unter dem Menüpunkt Benachrichtigungen, können die Windows Store Apps mit Hintergrundaufgaben einzeln bei „Benachrichtigungen dieser Apps anzeigen“ manuell aktiviert/deaktiviert werden. Es empfiehlt sich daher nur den interessantesten Apps den Zugriff via Connected Standby zu erlauben. Damit wird auf Dauer einiges an Batterielaufzeit dazu gewonnen.

Das Ergebnis überprüfen

Um überprüfen zu können ob das Zurücksetzen und Deaktivieren von Hintergrundaufgaben geholfen hat, kann mit folgenden Befehl powercfg /batteryreport ein Bericht zur Akkulaufzeit erzeugt werden. Dieser befindet sich dann unter „C:\Windows\system32\battery-report.html“.


Abbildung 6 – Bericht zur Akkulaufzeit

Bei einem Test mit dem Acer Iconia W510 hatte ich folgende Ergebnisse erzielen können:

  •   Ohne Hintergrundaufgaben (alle deaktiviert) unter 4% innerhalb von 16 Stunden
  •   Mit Hintergrundaufgaben waren es 6% innerhalb von 16 Stunden

Fazit

Der Connected Standby-Modus ist ein attraktives Konzept. Der bequeme Komfort, wie man es von Smartphones gewohnt ist, wird es auch auf modernen Geräten geben. So ist das Feature derzeit nur auf Tablets üblich, wird aber in Zukunft auch von Ultrabooks geboten. Das Zauberwort lautet dann Haswell Ultrabooks.

Weitere Informationen

Understanding Connected Standby: http://channel9.msdn.com/events/BUILD/BUILD2011/HW-456T

PowerCfg: http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc748940(WS.10).aspx

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